Die wundersame Geschichte des einstigen 'Kino Seefeld', ist einigen sicherlich bekannt. Für diejenigen, welche die Geschichte nicht kennen, hier eine kleine Zusammenfassung:

- 1920 -

1920 entwarf der Architekt Wilhelm Pfister-Picault das Konzept für das Kino Seefeld. Ein Konzept, das für Zürich bis dato unbekannt war: Er entwirft einen eingeschossigen Bau, der nur mit einer Seite an das Nachbarhaus stösst (die Kinematographischen Theater, die es damals in Zürich gab, waren meistens in bereits bestehende Geschäfts- oder Wohnhäuser integriert). Der erste repräsentative Kinozweckbau in Zürich ist entstanden. Ein einstöckiger, quadratischer Bau mit historisierender Fassade, der in Zürich ein Unikum bleiben wird. Innen- und Fassadengestaltung sind atemberaubend schön: Die ionische Kolonnade mit eingestellter Arkade an der Strassenfassade deutet einen antiken Tempel an: ein Pseudoperipteros. Das Innere des Kinos entspricht einem Artemistempel mit Kapitellen (oberer Abschluss einer Säule) und Sopraporten (ein über der Tür angebrachtes Relief). Die 14 Fresken an den Wänden, welche Szenen der griechischen Mythologie zeigen, das Deckengemälde, das die 12 Monate in personifizierter Form zeigt und die Stukkaturarbeiten stammen vom Maler Otto Haberer-Giller und erinnern in ihrer Schönheit an den anfänglichen Glanz des prachtvollen Gebäudes.
Die Originalgestaltung des 'Kino Seefeld' währte nur kurze Zeit. Die raschen Veränderungen der Ästhetik waren nicht vorhersehbar.


-1922 -

Am 19. Oktober 1922 wurde das Kino erstmals eröffnet.


- 1952 -

1952 wurde der Saal renoviert. Seit den Zwanzigern wurde das Gebäude von Besitzer zu Besitzer gereicht. Es wurde umgebaut, rausgerissen und verbaut. Das einmalige Gebäude hat viel erlebt: vom Stummfilmkino mit Orchestergraben über ein Pornokino bis hin zum modernen 'Kino Razzia'.

- 1989 -

1989 wurden die Tore vorerst geschlossen und es wurde dem Zerfall überlassen.

Quelle: Stefan Gasser, praktische Denkmalpflege, Amt für Städtebau Stadt Zürich

- 2008 -

2008 nach 19 langen Jahren haben wir die Tore wieder geöffnet, das zauberhafte Gebäude aus der Dunkelheit befreit und es ganz sanft in neuem Glanz erscheinen lassen. Wir freuen uns seit Oktober 2008 die Zürcher Kultur mit unserem Schaffen mitzuprägen.